Unidentifizierte Lärmquellen verhindern oft eine METAS Zertifizierung für Hörtesträume.

Messungen im Audiometrieraum beim HNO-Arzt und Hörakustiker: Ein Audiometrieraum ist ein speziell eingerichteter, schallisolierter Raum, in dem das Hörvermögen unter standardisierten Bedingungen gemessen wird. Sowohl HNO-Ärzte als auch Hörakustiker nutzen diese Räume, allerdings mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Diese Räume stellen eine sehr hohe Anforderung an die Raumakustik sowie an die Schallisolation. Dabei spielen die Schallfrequenzen eine entscheidende Rolle – siehe Liste unten.

METAS arbeitet gerade an einer neuen Verordnung, welche voraussichtlich ab 2026 schweizweit eingeführt werden soll. Wir werden immer öfter angefragt, ältere Audiometrieräume zu begutachten und eine Expertise zu erstellen. 
Wir möchten hier kurz aufzeigen, auf man achten muss, damit ein Raum vom METAS zertifiziert wird.
 

Wer ist von der neuen Verordnung betroffen? 

Hördiagnostik beim HNO-Arzt – Hier wird vom METAS eine A-Zertifizierung für den Raum verlangt. Hier muss ganz besonders auf externe Lärmemissionen geachtet werden.
Beim HNO-Arzt steht die medizinische Diagnostik im Vordergrund. Mit der Reintonaudiometrie werden die Hörschwellen für verschiedene Frequenzen über Luft- und Knochenleitung bestimmt, um zwischen Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit zu unterscheiden. Die Sprachaudiometrie überprüft, wie gut Sprache bei verschiedenen Lautstärken verstanden wird. Ergänzend kommen objektive Verfahren wie Tympanometrie, Stapediusreflex-Messung, otoakustische Emissionen (OAE) sowie die BERA / Hirnstammaudiometrie zum Einsatz. Diese Tests geben Aufschluss über die Funktion von Mittelohr, Cochlea und Hörnerven. 

Messungen beim Hörakustiker – meist reicht hier eine B-Zertifizierung aus. Die Anforderungen sind zwar etwas tiefer, jedoch auch hier ist vor allem auf tiefe Frequenzen zu achten.
Beim Hörakustiker liegt der Fokus auf der praktischen Hörgeräteanpassung. Neben Reinton- und Sprachaudiogramm wird die Lautheitsskalierung durchgeführt, um das subjektive Empfinden von Lautstärken zu erfassen. Auch die Unbehaglichkeitsschwellen (UCL/LDL) werden ermittelt, damit Hörgeräte später nicht als zu laut empfunden werden.
Moderne Anpassungen beinhalten zudem In-situ-Messungen mit Mikrofonen direkt im Gehörgang. So kann die tatsächliche Verstärkung der Hörsysteme überprüft und optimal eingestellt werden.

 
Normen und akustische Bedingungen – hier wird man sehen, welche neuen Bestimmungen in der neuen Verordnung gelten sollen. Damit diese Messungen zuverlässig und vergleichbar sind, erfüllt der Audiometrieraum strenge Normen: sehr niedrige Hintergrundgeräusche, kurze Nachhallzeiten und exakt kalibrierte Lautsprecher oder Kopfhörer. So können Hörstörungen präzise diagnostiziert und Hörgeräte individuell eingestellt werden – die Grundlage für gutes Hören im Alltag.

Typische Lärmquellen in HNO‑Praxen & Hörakustik‑Studios

Geschätzte Frequenzbereiche (Grundgeräusch) und typische Schalldruckpegel‑Spannen in dB bei ca. 1 m Abstand. Werte dienen der Orientierung und variieren je nach Raum, Abstand, Bauart und Nutzung.

Lärmquellen mit Frequenzbereich und dB‑Spanne
Lärmquelle Frequenzbereich (Hz) Schalldruckpegel (dB) Bemerkung
Hauslüftung / Klimaanlage50–4 00040–55Tieffrequentes Brummen + Lüfterrauschen
Kühlschrank / Gefrierschrank50–20035–50Kompressor + Lüfter
Heizungsanlage / Wärmepumpe40–25040–55Tiefton und leichte Vibrationen
Aufzug (Motor / Türen)40–5 00055–75Anfahrgeräusch + Türmechanik
Luftpostsystem100–4 00060–80Knall beim Eintreffen + Luftströmung
Computerlüfter / Monitore200–8 00035–50Dauergeräusch
Laserdrucker / Kopierer100–6 00050–70Motor, Lüfter, Papiertransport
Telefonklingeln1 000–4 00065–85Impulshaft, mittlere Frequenzen
Smartphone‑Benachrichtigung500–6 00060–80Je nach Klingelton variabel
Medizinische Geräte (mit Lüfter)200–6 00045–65Tympanometer, Audiometer etc.
Mitarbeiter am Telefon300–3 40055–70Sprachbereich
Gespräche im Wartebereich200–8 00050–65Mehrere Stimmen + Hall
Schritte auf Hartboden50–4 00050–75Impulsgeräusche
Transportwagen mit harten Rollen40–5 00060–80Roll‑ + Klappergeräusch
Stühle / Möbelrücken40–5 00060–85Tiefe Resonanz + hohe Spitzen
Straßenverkehr allgemein50–2 00060–80Breitbandig
PKW vorbeifahrend50–2 00065–85Motor + Abrollgeräusch
LKW / Bus vorbeifahrend20–50075–95Tiefe Dröhnfrequenzen
Straßenbahn40–8 00070–90Dröhnen + Quietschen
Motorrad40–3 00080–100Tiefer Auspuff + Motor
Sirene / Martinshorn1 000–3 00090–110Modulierter Ton
Türklingel / Gegensprechanlage500–4 00060–80Meist hoher Signalton
Türenschlagen50–2 00075–95Tiefer Knall + Hall
Windgeräusche (Fenster offen)100–8 00040–65Breitband‑Rauschen
Regengeräusche100–8 00040–60Breitbandig, leise bis mittel
Baustelle (Presslufthammer)50–4 00095–115Sehr laut, impulsiv
Reinigungspersonal (Staubsauger)100–3 00065–80Motor + Luftstrom

Hinweis: Die Angaben sind Näherungen für Planungszwecke (Audiometrie‑Umgebung, Störgeräuschkontrolle). Für konkrete Projekte empfehlen wir eine Vor-Ort‑Messung (1/3‑Oktav, Spektralverlauf, Leq/LAFmax).

Wie baut man einen Hörtestraum? Kann man einen bestehenden Raum optimieren?

Viele Bauherren unterschätzen diese Vorgaben und lassen Audiometrie-Räume von Schreinern, Gipsern oder Innenausbauern planen und umsetzen. Zwar entstehen dabei oft optisch ansprechende Räume, jedoch fehlt in den meisten Fällen das nötige bauphysikalische Fachwissen. Die Folge: Der Raum erfüllt die strengen Anforderungen des METAS nicht und darf rechtlich nicht für Audiometrie-Messungen verwendet werden. Damit ist das investierte Geld verloren und es entstehen zusätzliche Kosten für Nachbesserungen.

Ein erfahrener Spezialist für Audiometrie- und Akustikräume kennt die genauen Normen, die erforderlichen Schalldämmwerte sowie die bauakustischen Details wie Fugenabdichtung, Lüftungsschalldämpfer und Raum-in-Raum-Konstruktionen. Nur durch diese Expertise kann garantiert werden, dass die Abnahme durch das METAS erfolgreich verläuft und der Raum dauerhaft rechtssicher genutzt werden darf.

Wer beim Bau eines Audiometrie-Raumes auf Experten setzt, spart nicht nur langfristig Kosten, sondern stellt sicher, dass Investitionen geschützt sind und die Praxis zuverlässig mit einer gültigen Zertifizierung arbeiten kann.

Wir von Akustikbauer haben eine grosse Erfahrung in diesem Bereich und bieten Ihnen gerne unsere Unterstützung an. 

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