Unidentifizierte Lärmquellen verhindern oft eine METAS Zertifizierung für Hörtesträume.
Wir möchten hier kurz aufzeigen, auf man achten muss, damit ein Raum vom METAS zertifiziert wird.
Wer ist von der neuen Verordnung betroffen?
Hördiagnostik beim HNO-Arzt – Hier wird vom METAS eine A-Zertifizierung für den Raum verlangt. Hier muss ganz besonders auf externe Lärmemissionen geachtet werden.
Beim HNO-Arzt steht die medizinische Diagnostik im Vordergrund. Mit der Reintonaudiometrie werden die Hörschwellen für verschiedene Frequenzen über Luft- und Knochenleitung bestimmt, um zwischen Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit zu unterscheiden. Die Sprachaudiometrie überprüft, wie gut Sprache bei verschiedenen Lautstärken verstanden wird. Ergänzend kommen objektive Verfahren wie Tympanometrie, Stapediusreflex-Messung, otoakustische Emissionen (OAE) sowie die BERA / Hirnstammaudiometrie zum Einsatz. Diese Tests geben Aufschluss über die Funktion von Mittelohr, Cochlea und Hörnerven.
Messungen beim Hörakustiker – meist reicht hier eine B-Zertifizierung aus. Die Anforderungen sind zwar etwas tiefer, jedoch auch hier ist vor allem auf tiefe Frequenzen zu achten.
Beim Hörakustiker liegt der Fokus auf der praktischen Hörgeräteanpassung. Neben Reinton- und Sprachaudiogramm wird die Lautheitsskalierung durchgeführt, um das subjektive Empfinden von Lautstärken zu erfassen. Auch die Unbehaglichkeitsschwellen (UCL/LDL) werden ermittelt, damit Hörgeräte später nicht als zu laut empfunden werden.
Moderne Anpassungen beinhalten zudem In-situ-Messungen mit Mikrofonen direkt im Gehörgang. So kann die tatsächliche Verstärkung der Hörsysteme überprüft und optimal eingestellt werden.
Typische Lärmquellen in HNO‑Praxen & Hörakustik‑Studios
Geschätzte Frequenzbereiche (Grundgeräusch) und typische Schalldruckpegel‑Spannen in dB bei ca. 1 m Abstand. Werte dienen der Orientierung und variieren je nach Raum, Abstand, Bauart und Nutzung.
| Lärmquelle | Frequenzbereich (Hz) | Schalldruckpegel (dB) | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Hauslüftung / Klimaanlage | 50–4 000 | 40–55 | Tieffrequentes Brummen + Lüfterrauschen |
| Kühlschrank / Gefrierschrank | 50–200 | 35–50 | Kompressor + Lüfter |
| Heizungsanlage / Wärmepumpe | 40–250 | 40–55 | Tiefton und leichte Vibrationen |
| Aufzug (Motor / Türen) | 40–5 000 | 55–75 | Anfahrgeräusch + Türmechanik |
| Luftpostsystem | 100–4 000 | 60–80 | Knall beim Eintreffen + Luftströmung |
| Computerlüfter / Monitore | 200–8 000 | 35–50 | Dauergeräusch |
| Laserdrucker / Kopierer | 100–6 000 | 50–70 | Motor, Lüfter, Papiertransport |
| Telefonklingeln | 1 000–4 000 | 65–85 | Impulshaft, mittlere Frequenzen |
| Smartphone‑Benachrichtigung | 500–6 000 | 60–80 | Je nach Klingelton variabel |
| Medizinische Geräte (mit Lüfter) | 200–6 000 | 45–65 | Tympanometer, Audiometer etc. |
| Mitarbeiter am Telefon | 300–3 400 | 55–70 | Sprachbereich |
| Gespräche im Wartebereich | 200–8 000 | 50–65 | Mehrere Stimmen + Hall |
| Schritte auf Hartboden | 50–4 000 | 50–75 | Impulsgeräusche |
| Transportwagen mit harten Rollen | 40–5 000 | 60–80 | Roll‑ + Klappergeräusch |
| Stühle / Möbelrücken | 40–5 000 | 60–85 | Tiefe Resonanz + hohe Spitzen |
| Straßenverkehr allgemein | 50–2 000 | 60–80 | Breitbandig |
| PKW vorbeifahrend | 50–2 000 | 65–85 | Motor + Abrollgeräusch |
| LKW / Bus vorbeifahrend | 20–500 | 75–95 | Tiefe Dröhnfrequenzen |
| Straßenbahn | 40–8 000 | 70–90 | Dröhnen + Quietschen |
| Motorrad | 40–3 000 | 80–100 | Tiefer Auspuff + Motor |
| Sirene / Martinshorn | 1 000–3 000 | 90–110 | Modulierter Ton |
| Türklingel / Gegensprechanlage | 500–4 000 | 60–80 | Meist hoher Signalton |
| Türenschlagen | 50–2 000 | 75–95 | Tiefer Knall + Hall |
| Windgeräusche (Fenster offen) | 100–8 000 | 40–65 | Breitband‑Rauschen |
| Regengeräusche | 100–8 000 | 40–60 | Breitbandig, leise bis mittel |
| Baustelle (Presslufthammer) | 50–4 000 | 95–115 | Sehr laut, impulsiv |
| Reinigungspersonal (Staubsauger) | 100–3 000 | 65–80 | Motor + Luftstrom |
Hinweis: Die Angaben sind Näherungen für Planungszwecke (Audiometrie‑Umgebung, Störgeräuschkontrolle). Für konkrete Projekte empfehlen wir eine Vor-Ort‑Messung (1/3‑Oktav, Spektralverlauf, Leq/LAFmax).
Wie baut man einen Hörtestraum? Kann man einen bestehenden Raum optimieren?
Viele Bauherren unterschätzen diese Vorgaben und lassen Audiometrie-Räume von Schreinern, Gipsern oder Innenausbauern planen und umsetzen. Zwar entstehen dabei oft optisch ansprechende Räume, jedoch fehlt in den meisten Fällen das nötige bauphysikalische Fachwissen. Die Folge: Der Raum erfüllt die strengen Anforderungen des METAS nicht und darf rechtlich nicht für Audiometrie-Messungen verwendet werden. Damit ist das investierte Geld verloren und es entstehen zusätzliche Kosten für Nachbesserungen.
Ein erfahrener Spezialist für Audiometrie- und Akustikräume kennt die genauen Normen, die erforderlichen Schalldämmwerte sowie die bauakustischen Details wie Fugenabdichtung, Lüftungsschalldämpfer und Raum-in-Raum-Konstruktionen. Nur durch diese Expertise kann garantiert werden, dass die Abnahme durch das METAS erfolgreich verläuft und der Raum dauerhaft rechtssicher genutzt werden darf.
Wer beim Bau eines Audiometrie-Raumes auf Experten setzt, spart nicht nur langfristig Kosten, sondern stellt sicher, dass Investitionen geschützt sind und die Praxis zuverlässig mit einer gültigen Zertifizierung arbeiten kann.
Wir von Akustikbauer haben eine grosse Erfahrung in diesem Bereich und bieten Ihnen gerne unsere Unterstützung an.
Weitere wichtige Infos zu diesem Theme:
Audiometrie-Räume von Akustikbauer
Raumakustik für die perfekte Akustik
Schallisolation – reine Physik mit viel Erfahrung.
Benötigen Sie weitere Informationen oder möchten Sie sich individuell für Ihr Projekt beraten lassen?
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, die Erstberatung ist bei uns immer gratis.