Lärmschutz am Arbeitsplatz im Grossraumbüro – Anforderungen & Praxis
Im Grossraumbüro ist selten ein einzelnes Geräusch das Problem. Störend wird die Summe aus Gesprächen, Telefonaten, Technik und langen Reflexionswegen. Schweizer Arbeitsschutzvorgaben verlangen deshalb, Lärm und Raumakustik so zu gestalten, dass Gesundheit, Konzentration und Kommunikation nicht unnötig beeinträchtigt werden.
Relevante Grundlagen
ArGV 3 Art. 22
Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz müssen vermieden oder so weit reduziert werden, wie es nach dem Stand der Technik möglich und zumutbar ist.
SECO-Wegleitung
Enthält praxisbezogene Hinweise zu Raumakustik, Hintergrundgeräuschen und Arbeitsplätzen.
SUVA / EKAS
Grenz- und Richtwerte sowie technische und organisatorische Massnahmen für Lärm am Arbeitsplatz.
Raumakustik
Nachhallzeit, Absorptionsfläche und räumliche Anordnung beeinflussen, wie weit Sprache im Büro trägt.
Typische Probleme in Open-Space-Büros
- Gespräche sind über grosse Distanzen verständlich
- Telefonate dominieren benachbarte Arbeitsplätze
- harte Decken und Glasflächen erzeugen lange Reflexionen
- Drucker, Kaffeemaschinen oder Lüftung erhöhen den Grundpegel
- Fokus- und Kommunikationszonen liegen direkt nebeneinander
- Mitarbeitende sprechen lauter, weil der Raum ohnehin laut ist
Akustik ist mehr als dB(A)
Für Konzentrationsarbeit ist die Sprachverständlichkeit von Fremdgesprächen oft entscheidender als ein einzelner Summenpegel. Ziel ist deshalb nicht vollständige Stille, sondern eine räumlich kontrollierte Schallausbreitung mit ausreichend Absorption und sinnvoller Zonierung.
Wirksame Massnahmen
Decke
Grossflächige Deckenabsorption oder Deckensegel als akustische Basis.
Wände
Absorber an relevanten Reflexionsflächen statt nur dekorative Einzelbilder.
Screens
Schallabschirmung zwischen Arbeitsplätzen und Arbeitsgruppen.
Zonierung
Telefonie, Zusammenarbeit und Fokus räumlich sinnvoll trennen.
Rückzugsräume
Telefonboxen oder kleine Besprechungsräume für längere Gespräche.
Technik
Lüftung, Drucker und andere Dauergeräusche separat optimieren.
Messung und Planung
Wir messen bei Bedarf Nachhallzeit (z. B. T20/T30/RT60), beurteilen Belegung und Nutzung und dimensionieren daraus die notwendigen Absorberflächen. So wird nicht einfach „mehr Akustikmaterial“ montiert, sondern gezielt dort verbessert, wo der grösste Nutzen entsteht.
Häufige Fragen
Nein. Je nach Tätigkeit und Geräuschart sind unterschiedliche Beurteilungen relevant. Zusätzlich spielt die Raumakustik eine zentrale Rolle.
Sie ist häufig die wichtigste Grundlage. Bei grosser Sprachübertragung oder ungünstiger Zonierung sind zusätzliche Screens und Rückzugsräume sinnvoll.
Viele Massnahmen sind ohne grossen Umbau nachrüstbar, etwa Deckensegel, Wandabsorber und mobile Trennelemente.
Büroakustik objektiv verbessern
Wir messen, planen und realisieren Akustiklösungen für Grossraumbüros, Sitzungsräume und offene Arbeitswelten.
Passende Themen
Raumakustik
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