Materialien & Oberflächen von Akustikabsorbern – versteckte Brandrisiken

Bei Akustikabsorbern liegt der Fokus in der Planung häufig auf akustischer Wirksamkeit und Design. Brandschutztechnisch sind jedoch oft nicht die Grundmaterialien das Problem, sondern Oberflächen, Textilien, Kanten und Befestigungsmittel, die den Systemnachweis nach EN 13501-1 massgeblich beeinflussen.

Für Architekten und Fachplaner ist es daher entscheidend, die Systemklassifizierung ganzheitlich zu betrachten. Akustikbauer zeigt, wo die häufigsten Brandrisiken im Detail entstehen – und wie sie vermieden werden. …und Sie haben Ruhe!


1) Systemklassifizierung statt Einzelmaterial

Die Euroclass nach EN 13501-1 gilt immer für den geprüften Systemaufbau. Dieser umfasst:

  • Absorberkern (z. B. PET, Mineralisch)
  • Oberflächenmaterial (Textil, Vlies, Lack, Folie)
  • Kanten und Rahmen
  • Befestigung und Unterkonstruktion
  • Untergrund und Montageart

Merksatz: Ein Akustikabsorber ist brandschutztechnisch immer nur so gut wie sein schwächstes Systemelement.


2) Textilien & Akustikstoffe – häufig unterschätzt

Textilbespannungen werden häufig aus gestalterischen Gründen gewählt. Brandschutztechnisch sind sie jedoch besonders kritisch:

  • hoher organischer Anteil
  • starker Einfluss auf Rauchentwicklung
  • mögliche Tropfenbildung bei Hitze

Entscheidend ist nicht, ob ein Stoff „schwer entflammbar imprägniert“ ist, sondern ob er Teil des geprüften Systems ist.

Nachträgliche Imprägnierungen oder Stoffwechsel führen in der Praxis häufig zum Verlust der Klassifizierung.


3) Beschichtungen, Drucke & Farben

Bedruckte Akustikabsorber, farbige Lackierungen oder Schutzbeschichtungen verändern das Brandverhalten:

  • zusätzliche organische Schichten
  • veränderte Rauchgasentwicklung
  • unklare Tropf- und Abbrandmechanismen

Besonders kritisch sind:

  • Digitaldrucke auf Textil
  • Folienkaschierungen
  • nachträgliche Schutzlacke

Ohne Systemprüfung sind solche Lösungen in VKF-relevanten Bereichen meist nicht zulässig.


4) Kanten, Rahmen & Profile – kleine Bauteile, grosse Wirkung

Kanten und Rahmen werden brandschutztechnisch oft unterschätzt. Typische Risiken sind:

  • Holz- oder Kunststoffrahmen
  • offene PET- oder Schaumkanten
  • zusätzliche Klebstoffe oder Bänder

Besonders in Flucht- und Verkehrswegen können solche Details zu Beanstandungen bei der Abnahme führen.


5) Kleber, Befestigung & Unterkonstruktion

Auch Befestigungsmittel sind Teil des Systems:

  • Kleber und Montagebänder
  • Unterkonstruktionen aus Holz oder Kunststoff
  • Abhängungen, Seile, Schienen

Nicht geprüfte Kleber oder Unterkonstruktionen können die Euroclass verschlechtern oder ungültig machen.


6) Typische Planungsfehler aus der Praxis

  • Stoff oder Farbe nachträglich geändert
  • Akustikstoff separat eingekauft
  • Rahmenmaterial nicht im Nachweis enthalten
  • Kleber „gleichwertig ersetzt“

Diese Fehler führen regelmässig zu Nachforderungen oder Rückbau.


7) Planungssicherheit mit Akustikbauer

Akustikbauer plant Akustikabsorber immer als geprüfte Gesamtsysteme:

  • abgestimmte Materialien & Oberflächen
  • systemgeprüfte Textilien & Beschichtungen
  • VKF-konforme Detailausbildung
  • klare Dokumentation für Submission & Abnahme

Das Ergebnis: sichere Akustiklösungen ohne versteckte Brandrisiken.

Akustikbauer – …und Sie haben Ruhe!