Schallisolation in Gebäuden – Wissenschaftlich fundierte Lösungen für ein optimales Ergebnis.

Schallisolation ist ein zentrales Thema im modernen Bauwesen, insbesondere wenn es um Lärmemissionen in Gebäuden geht. Ob Gespräche in Sprachfrequenzen oder laute Musikproben, Maschinen beim Nachbarn, Hundegebell, Trampen oder Kindergeschrei – das Ziel ist, die Übertragung von Schallwellen zwischen Räumen oder Wohneinheiten wirksam zu minimieren. Denn nicht jeder kann mit Lärm gleich umgehen und wünscht sich einfach nur Ruhe – Siehe Logo oben links :-). 
Nicht zu vernachlässigen ist der psychologische Aspekt. Es gibt Leute, die gehen bei Kindergeschrei an die Decke; andere stört das überhaupt nicht. 

Bei akustikbauer setzen wir auf individuelle Lösungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber vor allem auf unserer grossen Erfahrung in diesem Fachbereich der Bauphysik basieren. Das Ziel ist stets, mit einer optimierten Schallisolation in einen Bereich zu kommen, den man nicht mehr als störend wahrnimmt.

PS: Schallisolierung darf nicht mit Schallabsorbierung verwechselt werden – siehe Thema :  Raumakustik 

1. Verhalten von Schallwellen 
in Gebäuden mit diversen Frequenzen.

Schall breitet sich in Gebäuden auf zwei Wegen aus:

  • Luftschall: entsteht z. B. durch Sprache, Musik oder TV-Geräusche. Er wird über die Luft übertragen und regt Wände, Decken und Böden zur Schwingung an.

  • Körperschall: entsteht durch direkte mechanische Anregung von Bauteilen, etwa durch Schritte oder Schlaginstrumente. Dieser breitet sich im Material selbst aus.

Die Frequenzbereiche spielen eine entscheidende Rolle:

  • Sprachfrequenzen liegen meist zwischen 80 Hz und 400 Hz – siehe Tabelle weiter unten.

  • Musik-Schallfrequenzen, insbesondere durch Bassinstrumente, erzeugen auch tiefe Frequenzen bis 40 Hz, die besonders schwer zu dämmen sind.

Wissenschaftliche Grundlagen der Schallisolation - versus Materialien.

Physikalischer Grundsatz: Je schwerer und dichter ein Material, desto höher ist seine Schalldämmwirkung für Luftschall. So einfach ist es aber leider nicht. Zusätzlich sind die Masse, die Frequenz der Lärmquelle, die Raumakustik und schliesslich die Lautstärke (gemessen in dB – Dezibel entscheiden). Für tiefe Frequenzen, z. B. bei Männerstimmen oder Musikinstrumenten wie Schlagzeug, Saxofon, Klavier, Trompete usw., sind zusätzlich entkoppelte Schalen und schwingungsdämpfende Zwischenschichten basierend auf den Frequenzen der Lärmquelle, notwendig. Das kann mit sogenannten Schallschutzkabinen perfekt erreicht werden. 

Die Wirksamkeit von Schallschutzmaßnahmen lässt sich physikalisch mit dem Massegesetz erklären:

Schalldämmung steigt um ca. 6 dB, wenn die Masse einer Wand verdoppelt wird – bei Frequenzen oberhalb der sogenannten Koinzidenzfrequenz.

Tieffrequenter Lärm wie Bass oder Schlagzeug kann trotz massiver Wände übertragen werden, weil die Bauteile in Resonanz geraten. Hier helfen nur schwingungsentkoppelte Konstruktionen (z. B. Raum-in-Raum-Systeme) oder mehrschalige Wände mit absorbierendem Hohlraum

Vergleich der Schall-Dämmung von Beton, Gipskartenwänden, Holzwänden, Ziegelsteinwänden.
Vergleich der Schall-Dämmung von Beton, Gipskartenwänden, Holzwänden, Ziegelsteinwänden.

Beispiele Raumakustik-Optimierngen von Akustikbauer

Warum höre ich den Nachbarn, trotz dicker Beton- oder Ziegelwand?

Viele Bauherren und Wohnungseigentümer glauben, dass eine massive Betonwand automatisch vollständige Ruhe garantiert. In der Praxis ist dies leider oft nicht der Fall – selbst bei 25 cm starken Stahlbetonwänden können Musik, Gespräche oder Instrumente wie ein Klavier hörbar sein. Grund sind mehrere physikalische und bauliche Effekte. Sie haben das evtl. schon erlebt: Irgendwo im Gebäude hört mann Musik oder Gräusche. Man kann aber nicht genau sagen wo. Das sind Effekte die wir unbedingt berücksichtigen müssen in der Planung.

1. Flankenübertragung

Schall breitet sich nicht nur direkt durch die Wand aus, sondern auch über angrenzende Bauteile wie Decken, Böden oder Seitenwände. Diese sogenannten Flankenwege können einen großen Teil des Schalls am eigentlichen Trennbauteil vorbeileiten.

Flankenübertragung: Schallwege über Decke, Boden und Seitenwände neben der direkten Übertragung durch die Trennwand
Flankenwege können den Schallschutz massiver Wände deutlich reduzieren – Analyse vor Ort identifiziert die dominanten Pfade.

2. Tieffrequenter Schall

Tiefe Frequenzen, wie sie bei Klaviertönen oder Bassinstrumenten entstehen, besitzen eine große Wellenlänge und können massive Bauteile in Schwingung versetzen. Das Massegesetz zeigt: Je niedriger die Frequenz, desto geringer ist die Schalldämmung einer einschaligen Wand.

Frequenzabhängige Schalldämmung einer 25 cm Betonwand nach Massegesetz: geringere Dämmung im Tiefton
Das Massegesetz zeigt: Mit sinkender Frequenz sinkt die Dämmung einschaliger Wände – Bass und tiefe Töne sind kritisch.

3. Körperschall und Resonanzen

Ein Klavier erzeugt nicht nur Luftschall, sondern auch Körperschall, der über den Boden oder tragende Bauteile weitergeleitet wird. Solche Schwingungen können in angrenzenden Räumen als hörbarer Ton oder Vibration ankommen.

4. Fugen und Undichtigkeiten

Schon kleine Undichtigkeiten, Installationsschächte oder nicht abgedichtete Steckdosen können den Schallschutz erheblich mindern. Luftschall findet seinen Weg durch jede Lücke.

Lösung: Gezielte Schallschutzmaßnahmen

Unser Team von akustikbauer.ch analysiert die Schallwege vor Ort und entwickelt maßgeschneiderte Lösungen – von der Flankenentkopplung bis zum Raum-in-Raum-System. Kontaktieren Sie uns jetzt für eine Beratung.

Raummoden und ihr Einfluss auf die Schalldämmung

Raummoden entstehen, wenn sich Schallwellen zwischen parallelen Begrenzungsflächen – etwa Wänden, Boden und Decke – mehrfach reflektieren und sich dabei überlagern. Bei bestimmten Frequenzen kommt es zu Resonanzen mit stark erhöhtem Schalldruck an einzelnen Raumpunkten.

Für die Schalldämmung bedeutet das: Selbst wenn eine Trennwand konstruktiv gut dämmt, können Raummoden tieffrequente Schwingungen im Raum verstärken. Diese tieferen Frequenzen werden dann leichter über Flankenwege oder Bauteile in angrenzende Räume übertragen. Besonders kritisch ist der Bereich unter 200 Hz, dessen Wellenlängen mit typischen Raumabmessungen vergleichbar sind.

Wir minimieren die Wirkung von Raummoden durch gezielte Maßnahmen – z. B. Bassfallen (tieffrequente Absorber), Optimierung der Raumgeometrie oder entkoppelte Vorsatzschalen. akustikbauer.ch analysiert die Raumakustik messtechnisch und empfiehlt Lösungen, die sowohl die Schalldämmung als auch die Klangqualität verbessern.

Schematische Darstellung von Raummoden: stehende Wellen zwischen parallelen Raumflächen
Raummoden sind stehende Wellen zwischen parallelen Flächen – besonders im Tieftonbereich relevant.

Empfehlungen für die Raumakustik nach Raumtypen.